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EVOLUTION

Annahme 2: Im Sinne der Lebensform halten das Leistenkrokodil und ähnliche Verwandte die Position an der absoluten Spitze der Nahrungspyramide im Lebensraum des Überganges von Land und Wasser seit so langer Zeit, wie es keiner anderen Lebensform in annähernder Weise gelungen ist.

Nachweisführung zur Annahme 2

Zur Untersuchung der Annahme 2 muss hauptsächlich auf die Erkenntnisse der paläontologischen Wissenschaften zurückgegriffen werden. Auch hierbei lässt sich eine stabile Nachweisführung mit erstaunlichen Details erreichen. Zunächst erfolgt aber wieder eine Klarstellung. Und zwar ist die manchmal kursierende Behauptung, dass das Salzwasserkrokodil selbst oder auch andere heutige Krokodilierarten sich im Sinne ihrer Spezies über mehrere Dutzend oder gar hundert Millionen Jahre nicht verändert hätten, so wohl nicht richtig. Allerdings gibt es zu dieser Aussage gewissermaßen einen wahren Kern, der sogar noch viel weiter in die Vergangenheit zurückreicht und der auch im Mittelpunkt dieser Nachweisführung stehen wird.

Schaut man sich zunächst die durch Fossilien und genetische Analysen erhobenen Ergebnisse der Paläontologie bezogen auf die Dauer der Existenz der heutigen Spezies des Salzwasserkrokodiles an, dann liegen diese in einem Bereich von 4 - 4,5 Millionen Jahren [4]. Weiter zurückgehend liegen das Alter der Spezies wie auch seine Abstammung ziemlich im Dunkeln, weil es - wie bei den meisten Tierarten - für solche langfristigen empirischen Erhebungen an fossilen Spuren fehlt.

Anzumerken ist, dass bei der taxonomischen Eingrenzung von echten “Spezies”, auch “Arten” genannt, in der biologischen Systematik enge Spielräume gesetzt werden, als deren wichtigste Rahmen die isolierte Fortpflanzungsgemeinschaft sowie sehr weitreichende Gleichheiten etwa der anatomischen Details gelten. Die Gesamteinschätzung der Fachwissenschaftler geht aktuell überwiegend davon aus, dass sich die Spezies des heutigen Salzwasserkrokodils vor 6 bis 12 Millionen Jahren herausgebildet hat [5][6].

Nun handelt die Annahme 2 ja nicht nur von der Art an sich, sondern von der Lebensform mitsamt ähnlichen Verwandten. Und dadurch taucht der schon angekündigte, noch wesentlich interessantere Aspekt auf, der sich nicht auf “nur” 4,5 oder bis 12 Millionen Jahre beschränkt, sondern der Zeiträume umfasst, die bis zu einer viertel Milliarde Jahre in die Vergangenheit reichen. Soweit gehend lassen sich durch Fossilien Tiere nachweisen, deren fachkundige Rekonstruktion Formen ergibt, die dem heutigen Salzwasserkrokodil sehr ähnlich sind.

Man kann also durchaus davon ausgehen, dass ähnliche Fotos wie die beiden hier gezeigten für einen Laien kaum unterscheidbar auch schon bei einer Zeitreise möglich gewesen wären, die soweit in die Vergangenheit führte, dass es die heutigen Kontinente noch gar nicht gab. Die Berge und Hügel im Bildhintergrund muss man sich also wegdenken, denn ihre Entstehung läge noch in sehr ferner Zukunft.

Die Landfläche des Planeten bestand damals nämlich noch hauptsächlich aus dem Riesenkontinent Pangaea, der gerade erst leicht anfing auseinanderzudriften. In den folgenden Ausführungen werde ich, abweichend von den paläontologischen Gepflogenheiten, alle solche Reptilien, die den heutigen Krokodilen stark ähnelten, der “Krokodilform” zuordnen (Anm.: dies ist unabhängig von dem taxonomischen Fachbegriff cocodilforms). Der Zeck dieser Vereinfachung ist nicht etwa ein Trick zum Herbeischummeln der Nachweisführung. Sondern es geht um das erstaunliche Phänomen der sogenannten “Konvergenz”. Was es es damit auf sich hat, wird bald deutlich werden.

Die unfassbar lange Erfolgsgeschichte der Krokodilform über eine viertel Milliarde Jahre hinweg

Die bekanntesten jener Vertreter der Krokodilform, welche schon vor weit über 200 Millionen Jahren in der geologischen Epoche des Trias (252,2 - 201,3 Mio. Jahre) existierten, gehörten zu den Phytosauria. Deren zahlreiche Spezies, darunter solche der Gattung Smilosuchus (Lebendrekonstruktion s. unten), waren keine direkten Vorfahren irgendwelcher heutiger Krokodile. Eine Verwandschaft besteht nur durch die gemeinsame Stammlinie der Crurotarsi, zu denen aber auch zahlreiche Reptilien gehörten, die keine oder kaum Ähnlichkeiten zur Krokodilform hatten. Solchen Phytosauriern wie dem Smilosuchus adamenensis werden allerdings auch von fachkundigen Wissenschaftlern in fast jeder Hinsicht sehr weitreichende Ähnlichkeiten zu den heutigen Krokodilen zugeschrieben [7] [8].

Der in sofern einzig stärker auffallende anatomische Unterschied bestand darin, dass die Nasenöffnung des Smilosuchuchus und anderen Phytosauriern nicht wie bei heutigen Krokodilen an der Spitze der Schnauze lag, sondern nahe vor den Augen. Evolutionärer Zweck dieser Anatomie lag nach den gängigen Fachmeinungen darin, bei nur minimalster Erscheinung an der Wasseroberfläche den sonstigen Körper untergetaucht zu lassen, also nach außen möglichst unauffällig zu bleiben.

Die Phytosaurier starben wahrscheinlich mitsamt ihren Krokodilformen im Rahmen des erdgeschichtlich vierten großen Massenaussterbens an der Grenze zwischen dem Trias und dem Jura vor rund 201 Millionen Jahren aus. Dieses Ereignis hatte seine Ursache vermutlich im Einschlag von Kometen und in Vulkanausbrüchen. Auch die meisten der anderen zuvor existenten Großreptilien und nach gängigen Fachmeinungen sogar bis zu 75 Prozent sämtlicher damaliger Tier- und Pflanzenarten überstanden diese Zäsur nicht. In den dann folgenden Epochen des Juras (201,3 - 145 Mio Jahre) und der Kreidezeit (145 - 66 Mio Jahre) wurden die so freigewordenen ökologischen Nischen in einem langsamen Prozess zum Beispiel von den zunächst noch recht kleinen Dinosauriern besetzt. Die Krokodilform hingegen tauchte in Relation zum Gesamtzeitrahmen schon recht kurz nach der Trias-Jura-Grenze wieder auf und entwickelte sich erneut zu zahlreichen semi-aquatischen Gattungen und Spezies am Übergang von Land und Wasser. Als nachgewiesen gilt, dass etwa die umfangreiche Familie der Goniopholididae schon vom Anfang des Juras vor knapp 200 Millionen Jahren und noch bis in die späte Kreidezeit durchweg existierte. Der älteste fossile Nachweis hierzu stammt von der Spezies Calsoyasuchus valliceps und wurde auf 196,5 Mio Jahre datiert [9]. Die Spurenlage zeigt, dass die vielen Krokodile zwar mitunter zu einer etwas mehr aquatischen oder eher landgängigen Anatomie tendierten, sich aber in der Gesamtheit gewissermaßen auf die immer wieder weitestgehend gleiche Form “einpendelten”, also auf das, was ich hier hilfsweise als Krokodilform bezeichne.

Ein Beispiel einer solchen tendenziellen Abweichung waren die Spezies der Machimosauren. Sie existierten vor 160 bis 130 Mio. Jahren und verbrachten ihre Zeit wahrscheinlich überwiegend im Meer, hatten aber weiterhin Beine. Die mit bis zu 12 Metern Länge größte bekannte Art, der Machimosaurus hugii, dürfte nach den fachkundigen Rekonstruktionen sowohl im Ozean nach Fischen und Schildkröten gejagt als auch am Ufer großen Landtieren aufgelauert haben. Und seine Anatomie weist weitreichende Parallelen zu den heutigen Salzwasserkrokodilen auf.

Überwiegend in der anatomischen Mitte der Krokodilform bewegte sich die umfangreiche Gruppe der Pholidosauridae, deren Spezies vom mittleren Jura bis in die späte Kreidezeit nachgewiesen sind (167,7 bis 89,3 Mio Jahre). Die nach bisheriger Spurenlage größten davon gehörten zur Gattung Sarcosuchus (112,9 bis 93,9 Mio. Jahre) mit bis zu mindestens 11 Metern Körperlänge und acht Tonnen Gewicht.

Sie lebten an und in Gewässern des Binnenlandes oder der Brackwasserzonen und jagten dort wahrscheinlich so wie die heutigen Krokodile. Die Sarcosuchier sind möglicherweise ein Beispiel dafür, dass die Krokodile über die Evolution ihre Größen anpassten, als die Dinosaurier auf dem Land ihrerseits ab etwa der Mitte der Kreidezeit zunehmend besonders große räuberische Formen entwickelten. Ein anderes dazu passendes Beispiel wäre der Deinosuchus, der nach Ansicht vieler Experten sogar den größten und stärksten Raubdinosauriern überlegen war und diese vielleicht sogar als Nahrung erbeutete. Eine empirische Rekonstruktion zur Beißkraft dieses bis zu mindestens 12 Meter langen Riesenkrokodils, welches etwa vor 70 bis 80 Millionen Jahren lebte, ergab mit über 100.000 N einen weit höheren Wert als er den Spezies der großen Tyrannosaurus-Arten zugeschrieben wird [10]. Und es wurden sogar Bissspuren an fossilen Knochen großer Raubdinosaurier nachgewiesen, die zu fossilen Gebissen des Deinosuchus passen [11].

So wie schon im Trias existierten also auch während dem über 130 Millionen Jahre langen Zeitraum von Jura und Kreide zahlreiche Gattungen und Spezies der stets weitgehend gleichen Krokodilform. Währenddessen kamen auf dem Planeten auch zahlreiche andere Formen der Großreptilien auf. Alleine die Dinosaurier entwickelten Tausende verschiedenster Spezies von Landtieren, darunter kleine Raptoren und möglicherweise über 80 Tonnen schwere Pflanzenfresser. Auch brachten sie die größten bekannten Landraubtiere hervor, wie etwa dem "populären" Tyrannosaurus Rex. In den Lüften kreisten mit den Pterosauriern die größten je dagewesenen flugfähigen Tiere. Auch sie waren Fleischfresser, ihre Flügelspannweiten erreichten weit über zehn Meter und ihr Gewicht mehr als eine halbe Tonne. Im offenen Ozean existierten andere Großreptilien in den Spitzenpositionen der Nahrungspyramide, wie etwa die Arten der Plesiosaurier und der Mosasaurier mit bis zu mehreren Tonnen schweren und 20 Metern langen Körpern.

Fast alle Großreptilien der Zeitspanne von Jura und Kreide sind heute im Sinne der Lebensform nicht mehr existent. Sie verschwanden spätestens im fünften erdgeschichtlichen Massenaussterben vor etwa 66 Millionen Jahren, welches wahrscheinlich ebenfalls wieder durch einen Kometeneinschlag und Vulkanausbrüche verursacht wurde, und ihre möglichen Reste entwickelten sich danach nicht mehr zurück in ihre früheren Positionen. Dies gilt auch für sämtliche großen Dinosaurier. Von diesen gibt es zwar heute als direkte Nachkommen noch die Vögel, welche aber zu relativ kleinen Lebewesen in vielerlei Variation geworden sind.

Nur eine einzige Form der vielen verschiedenen Großreptilien kehrte auch nach der letzten geologischen Katastrophe doch wieder zurück an ihre alte Position: Die Krokodile. Wahrscheinlich starben damals vor 66 Millionen Jahren auch die meisten ihrer Spezies aus und es könnte gut sein, dass die Spitzenposition in der Nahrungspyramide am Übergang von Wasser und Land für einige Zeit unterbrochen war. Sicher aber lässt sich sich feststellen, dass die Krokodilform wieder in zahlreichen Gattungen und Arten zurückkehrte, dass diese eine frappierende Ähnlichkeit zur jener der schon vor einer viertel Milliarde Jahre existierenden Spezies aufwiesen und dass einige von ihnen auch noch bis heute die gegenständliche Position einnehmen und stabil besetzen.

Wichtiger als das Überleben war für die lange Geschichte die stetige Wiederkehr durch die Konvergenz

Es gibt in der Paläontologie kaum jemanden, der davon ausgeht, dass diese immer wieder kehrenden und so weitreichenden Ähnlichkeiten hauptsächlich auf die gemeinsame Zugehörigkeit zum Zweig der Crurotarsi zurückzuführen sei. Zwar liegen hier sicher einige förderliche Grundlagen für die stetige Wiederkehr. Aber annähernd 250 Millionen Jahre sind auch in evolutionären Maßstäben eine extrem lange Zeitspanne. Schon in viel kürzeren Zeiträumen kann die biologische Evolution aus einer einzigen Stammform viele verschiedene Lebewesen hervorbringen, die hinsichtlich ihrer erkennbaren Merkmale kaum noch Ähnlichkeit haben.

Das was schon der Ähnlichkeit von Smilosuchus und Salzwasserkrokodil sowie der zeitlich dazwischen existierenden Spezies der Krokodilform hauptsächlich zugrunde lag, ist auch nach praktisch eingängiger Meinung der fachkundigen Paläontologen das bereits erwähnte Phänomen, welches “Konvergenz” oder auch “Analogie” genannt wird. Es geht darum, dass sogar Lebensformen völlig ohne relevante Verwandtschaft durch die reine evolutionäre Anpassung an gleiche Umweltbedingungen ähnliche Merkmale entwickeln. Mitunter entstehen dabei so weitreichende Ähnlichkeiten, dass die praktisch gar nicht verwandten Spezies zumindest von einem Laien kaum unterschieden werden können. Bekannte Beispiele sind Schlangen und Blindschleichen oder auch Mauersegler und Schwalben.

Die Ergebnisse der Konvergenz erstrecken sich manchmal in solch kleine Details etwa der Anatomie, dass es schwer fallen mag, diese parallelen Entwicklungen einer bloßen Anpassung an Umweltbedingungen zuzuordnen. Andererseits aber kann man bei der reflektierenden Rekonstruktion der jeweiligen Entwicklungsprozesse auch als Laie recht zügig deren evolutionäre Logik verstehen. Mauersegler und Schwalben haben sich auf die gleiche Nahrungsquelle der in der Luft fliegenden Insekten ausgerichtet. Dabei passten sie sich aber nicht nur auf das bloße Schnappen der Beute an. Sondern über die stetige Selektion richteten sie sich auch so optimal wie möglich an die Schnittmenge aller bei dieser Tätigkeit auf sie wirkenden Gesetzmäßigkeiten der Natur aus. Das reicht von solchen wie Temperaturen, Thermik, Feuchtigkeit, Gravitation, Fliehkraft, Beschleunigung und allem was man so unter die Begriffe der Kinetik und Dynamik ordnet. Und da sowohl auf Schwalbe als auch Mauersegler durch das gleiche Ziel der Erbeutung der Fluginsekten die gleiche Schnittmenge all dessen wirkte, bildeten sich zwei recht ähnliche, jeweils kleine wendige Körper mit spitz zulaufenden Flügeln heraus.

Kraft und Gewaltpotenzial können nicht das eigentliche Erfolgsrezept der Krokodilform gewesen sein

Das Thema der Konvergenz der “Krokodilform” wird später weiter aufgegriffen. Hier sind nun aber noch Klarstellungen zu häufigen Irrtümern angebracht, die sich manchmal bis in die paläontologischen Fachkreise ziehen. Ein solcher besteht in der Annahme, dass die Krokodile deswegen so beständig waren, weil sie so ein großes physisches Gewaltpotenzial hervorgebracht haben. Dies lässt sich leicht widerlegen. Und zwar schon einfach durch die Feststellung, dass die Krokodilformen nachweislich weder allesamt mit solchen physischen Größen und extremen Gewaltpotenzialen einhergingen wie beim Salzwasserkrokodil oder dem Deinosuchus, noch auf ein solch starkes Gebiss angewiesen waren, wie es diese besaßen.

Es sind seit dem Trias zahlreiche viel kleinere Spezies nachgewiesen. Und es gab sowohl vor als auch nach dem Ende der Kreidezeit große Krokodile, die eine eher fragile Schnauze hatten, welche überhaupt nicht zur Annahme 1 passte. Auch der noch heute existierende Ganges-Gavial erreicht sechs Meter Länge, ist also kaum kleiner als das Salzwasserkrokodil und hat einen zu diesem ähnlichen Körper. Allerdings gibt es doch einen einzigen stark auffallenden Unterschied, und der besteht ausgerechnet in einem sehr schmalen Gebiss, welches darauf ausgerichtet ist, gar nicht so große Fische und ansonsten allenfalls mal eine Ente zu erbeuten. Das beim Salzwasserkrokodil erkannbare extreme Gewaltpotenzial ist sicher ein Faktor, was die immer wiederkehrende Position an der absoluten Spitze der Nahrungspyramide durch die Krokodilform angeht. Aber es kann nicht die wichtigste und grundlegendste Zutat deren evolutionären Erfolgsrezeptes sein.

Auch weitere oft in den Raum gestellte Hypothesen zu der extremen Beständigkeit der Krokodile verlieren bei näherer Betrachtung schnell an Substanz. So wird häufig unter Unkenntnis der Gesamtgeschichte der Krokodilform die Stabilität alleine an dem Überstehen der heftigen geologischen und klimatischen Verwerfungen am Ende der Kreidezeit vor 66 Millionen Jahren festgemacht. Und nicht selten werden dann auch gleich noch als Lösung des Rätsels die vermeintlich entscheidenden Merkmale der Krokodile präsentiert, wie jene, dass sie wechselwarm waren und über ein breites Nahrungsspektrum verfügten. Tatsächlich aber gibt es keine Nachweise dazu, dass die Krokodile die Zäsur vor 66 Millionen Jahren in dem Sinne überlebt haben, dass ihre Spezies da unter dunklen Aschewolken und eisiger Kälte weiterexistierten. Vieles deutet darauf hin, dass sie ebenfalls weitgehend verschwanden. Aber sie kamen eben über den Evolutionsprozess mit vielen Spezies zurück. Das ist - genau wie nach der Trias-Jura-Grenze - der entscheidende Punkt. Es muss hier um weit solidere und sehr grundlegende Faktoren der Stabilität gehen als das eher zufällige Überleben einer einzigen Katastrophe.

Das eigentliche Rätsel besteht also in den Fragen, warum diese Form in den evolutionären Prozessen immer wieder aufs Neue entstand, dabei selbst über 250 Millionen Jahre hinweg solch frappierende Ähnlichkeiten bildete und einige ihrer Spezies stets völlig unangefochten die absolute Spitze der Nahrungspyramide am Übergang von Wasser und Land einnahmen. Wenn sich dieses evolutionäre Rätsel irgendwo lösen lässt, dann kann es bestimmt keine bessere Gelegenheit geben, als die genaue Beobachtung der stärksten aller Krokodile. Und zwar dort, wo sie selbst ihr eigentliches Wesen frei und ungestört entfalten.

Abschließend kann hier festgestellt werden, dass auch die Nachweisführung zur Annahme 2 stabil erbracht ist. Es gibt definitiv keine andere nachgewiesene Lebensform, die auch nur annähernd eine solch enorme Stabilität an der Spitze der Nahrungspyramide am Übergang von Wasser und Land erreichte. Zwar lässt sich keine durchgehende Linie von entsprechenden Spezies nachweisen, die vom Salzwasserkrokodil ausgehend ohne Unterbrechung bis 240 Millionen Jahre in die Vergangenheit führt. Aber schon die genannten Beispiele, die sich noch stark erweitern ließen, sind mangels jeglicher ernsthafter Konkurrenz zur Nachweisführung sehr weit ausreichend.

> Weiter zur Nachweisführung der Annahme 3


[4] Johnson, D. (2009). The Geology of Australia. Cambridge: Cambridge University Press. p. 181. ISBN 978-0-521-76741-5. Retrieved 28 July 2013.
[5] Willis, P. M. A. (1997). "Review of fossil crocodilians from Australasia". Australian Journal of Zoology. 30 (3): 287–298. doi:10.7882/AZ.1997.004.
[6] Molnar, R. E. (1979). "Crocodylus porosus from the Pliocene Allingham formation of North Queensland. Results of the Ray E. Lemley expeditions, part 5".Memoirs of the Queensland Museum. 19: 357–365..
[7] Nesbitt, SJ; Norell, MA. (2006). "Extreme convergence in the body plans of an early suchian (Archosauria) and ornithomimid dinosaurs (Theropoda)". Proceedings of the Royal Society of London B: Biological Sciences. 273 (1590): 1045–1048. doi:10.1098/rspb.2005.3426. PMC 1560254. PMID 16600879.
[8] Nesbitt, S. (2007). "The anatomy of Effigia okeeffeae (Archosauria, Suchia), theropod-like convergence, and the distribution of related taxa" (PDF). Bulletin of the American Museum of Natural History. 302: 84. doi:10.1206/0003-0090(2007)302[1:taoeoa]2.0.co;2.
[9] Tykoski, Ronald S. et al (2002): "Calsoyasuchus valliceps, a new crocodyliform from the Early Jurassic Kayenta Formation of Arizona". Journal of Vertebrate Paleontology. 22 (3): 593–611. doi:10.1671/0272-4634(2002)022[0593:CVANCF]2.0.CO;2
[10] Gregory M. Erickson, et al: Insights into the Ecology and Evolutionary Success of Crocodilians In: PLoS ONE. Bd. 7, Nr. 3, 2012, e31781. doi:10.1371/journal.pone.0031781.
[11] Schwimmer, David R. (2002). "The Prey of Giants". King of the Crocodylians: The Paleobiology of Deinosuchus. Indiana University Press. pp. 167–192. ISBN 978-0-253-34087-0.